Illia Seniehkin aus Risch tritt an den National Summer Games in Zug an. Der 17-jährige mit Down-Syndrom hat im Schwimmen seine grosse Leidenschaft gefunden – und lässt sich auch von Rückschlägen nicht bremsen.
IIlia Seniehkin ist ehrgeizig. «Am Schwimmen gefallen mir besonders Pokale und Medaillen», sagt der 17-Jährige. Er ist einer der 50 Athletinnen und Athleten aus dem Kanton Zug, die an den National Summer Games teilnehmen. Diese finden Ende Mai in Zug statt. Es ist der grösste Schweizer Sportanlass für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung, an dem rund 1600 Athletinnen und Athleten teilnehmen.
IIlia hat das Down-Syndrom. Er wird an den National Summer Games 25 Meter und 50 Meter Freistil sowie die Staffel schwimmen. «Mir geht es gut, ich freue mich», sagt er im Hinblick auf den anstehenden Wettkampf. Aufgeregt sei er nicht, anders als seine Eltern. «Mir fällt das Warten schwer, weil ich mich so sehr freue», sagt seine Mutter Iryna Senichkina. Sie begleite ihren Sohn zu allen Wettkämpfen und Team-Trainings.
Er schwimmt seit zehn Jahren
Ursprünglich kommen IIlia und seine Familie aus der Ukraine. Aufgrund des Kriegs sind sie 2023 in die Schweiz gekommen und wohnen seither in Risch. Im selben Jahr kam IIlia an die Heilpädagogische Schule in Hagendorn.
Der Start an der Schule sei schwierig gewesen, wie eine Betreuerin berichtet. Doch dann habe IIlia schnell Fortschritte beim Deutsch lernen gemacht, und heute besuche er den Unterricht gerne. Seine Mutter stimmt zu: «In den Ferien vermisst IIlia die Schule.»
Aktuell besucht er die Orientierungsstufe. Sein Lieblingsfach sei Mathematik, den Sportunterricht hingegen möge er weniger. «Zu anstrengend», sagt er. Die Berufswahl ist bereits ein Thema, was er werden wolle, wisse IIlia aber noch nicht, so die Mutter. Momentan liege sein Fokus ganz klar auf dem Schwimmsport.
Diese Leidenschaft habe IIlia im Alter von sieben Jahren entdeckt, erzählt seine Mutter. An seiner Schule in der Ukraine habe er einen Schwimmtrainer kennengelernt und habe dann unbedingt auch selbst schwimmen wollen. Seither trainiere er regelmässig und habe bereits in der Ukraine an regionalen und nationalen Wettkämpfen für Beeinträchtigte teilgenommen.

Bilder: Jakob Ineichen (Hagendorn, 19. 5. 2026)
Er bleibt auch bei Herausforderungen motiviert
Heute trainiere IIlia zweimal im Monat mit seinem Team von Procap Sport Zug und zweimal pro Woche mit seinem Vater. Sein Vater könne IIlia gut unterstützen und motivieren, erzählt die Mutter. Zudem könne IIlia mit seinem Vater während des Trainings Ukrainisch sprechen, was für ihn einfacher sei.
Im Team-Training üben sie verschiedene Schwimmarten sowie Start und Finish. «Ich mag Kraul am liebsten», sagt IIlia. Deshalb werde er auch an den National Summer Games im Kraul schwimmen. Für den anstehenden Wettkampf müsse er vor allem noch Schnelligkeit trainieren, sagt IIlia. Besonders beim Finish wolle er darauf achten, genügend schnell zu bleiben und nicht abzubremsen.
IIlias Ambitionen sind klar: «Mein Ziel ist die Goldmedaille», sagt er. Seine Mutter fügt an: «IIlia freut sich über Erfolg und Anerkennung. Beim Schwimmen kann er sein Talent zeigen.» Doch wie geht er damit um, wenn es mal nicht so gut läuft, wie erhofft? Davon lässt er sich nicht entmutigen. Er sagt: «Den Fehler korrigieren und weiter daran arbeiten.»
